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Sonntag, 7. März 2010
Pflaumenkuchen mit Sahne und Beerenkuchen mit Vanille Soße
In den Ohren: Yael Naim - new soul

Ich: Einfach mal so einen Kuss auf die Stirn :-* Du hast übrigens eine wunderschöne Frau in deiner Freundschaftsliste.

Alex: Ja, dich! Einen Kuss auf die Nase zurück!

Ich: Nein, ich meine nicht mich. Ich meine wen anders.

Alex: Wen denn???

Ich: Audrey -S*******!!! Wunderschöne Frau.

Alex: Sie ist Model. Sie hat verdammt noch mal gut auszusehen. ;);)

Ich: Models sind immer hübsch. So und jetzt gehe ich in die Küche und esse Kuchen mit ganz viel Sahne und denk an dich :-P

Alex: Nein, nicht jedes Model ist hübsch. Die meisten sind ziemlich austauschbar. Genieße lieber deinen Kuchen :) Und iss ein Stück für mich mit.

Alex: Ha. Bei uns gab es auch Kuchen!!! Selbstgemachter Beerenkuchen mit Erdbeeren, Blaubeeren und Himbeeren und Vanille Soße. Was gab es bei dir?

Ich: Bei mir gab es Pflaumenkuchen und ich habe ein Stück für dich mitgegessen. Und du? Hast du auch eines für mich mitgegessen?

Alex: Nö, du hattest ja Kuchen :) War auch leider das letzte Stück, aber an dich gedacht habe ich :)

Ich: Ziemlich frech. Ich habe hier sogar um das zweite Stück gekämpft damit ich für dich mit essen kann.

Alex: Haha wie süß :) Danke, nur leider gab es bei mir kein zweites Stück mehr um das ich kämpfen konnte :S

Ich: Na, da bin ich mir nicht so sicher. Bei uns gab es Haare ziehen in der Küche wegen des Stückes.

Alex: Gar nicht im ICQ?

Ich: Doch, jetzt.



Schwerelos
In den Ohren: Peter Schilling - Major Tom voellig losgeloest

„Was ist das Beste am Sommer? Nachdem wir gestern gefragt haben, ob Du heute schon an Weihnachten denkst, geht es jetzt mal wieder um den Sommer. Gehörst Du auch zu denen, die den Sommer lieben? Oder magst Du die heißeste Jahreszeit überhaupt nicht? Warum? Gibt es dennoch irgendwas, das Du am Sommer großartig findest? Etwas, das ihn zu etwas ganz besonderem macht?“

Wow, schon 245 Kommentare. Ich scrolle mit der Maus runter. Mal sehen, was die Mitglieder von erdbeerlounge.de so geschrieben haben. Der erste Kommentar ist von Rusanne (das R ist kein Druckfehler) und sie findet, dass das Wetter das Beste am Sommer ist. Melina95 hat gepostet, dass die Sommerflirts das Beste sind und Lara87 schreibt EIS, EIS, EIS. Ich klicke mit der Maus in das leere Feld unter “Schreibe auch einen Kommentar“:

„Ich genieße die warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut. Ich genieße es Flip Flops zu tragen oder barfuß über den Asphalt zu laufen. Ich genieße es in Straßencafés zu sitzen und Cappuccino zu trinken oder abends im Strandkorb zu sitzen, Weißwein zu trinken und dabei dem Rauschen der Wellen zuzuhören. Ich genieße es, wenn die Tropfen vom Sommerregen gegen die Fenster prasseln und es gleichzeitig draußen gewittert. All das macht den Sommer für mich großartig, aber zu etwas wirklich besonderem hat ihn die Bekanntschaft mit einem Mann für mich gemacht.“

Ich halte inne. Ist das wirklich so? Hat Alex den Sommer 2008 wirklich zu etwas besonderem für mich gemacht?
Seit ich ihn kennen gelernt habe sind jetzt drei Wochen vergangen und obwohl wir uns bisher nicht gesehen haben, schreiben wir uns jeden Tag E-M@ils.
Wir unterhalten uns über Musik und darüber wie sie die Stimmung beeinflussen kann. Wir schicken uns Links von Liedern und diskutieren deren Texte. Wir unterhalten uns über ferne Länder, über unsere Träume und Zukunftspläne. Wir reden über Liebe und über Sex, über One- Night- Stands und Affären, über Beziehungen und Trennungen und darüber, was Leidenschaft für uns bedeutet.

Alex: Leidenschaft zwischen Mann und Frau ist:

... wenn man mal einen Streit auch öffentlich ausfechtet egal wo und wann,
… wenn man alles andere um sich herum vergisst, sich lange küsst, sehr beliebt bei mir auch im strömenden Regen,
… wenn man sich nach einem Streit in den Betten wühlt,
… wenn man Eifersucht nicht einfach runter schluckt, sondern es dem Partner auch mal ins Gesicht "schreit" :) ,
… wenn man sich einfach seiner Lust hingibt und alles andere um einen herum vergessen kann.

Leidenschaft ist einfach sich auf eine Sache zu fixieren, die man unbedingt jetzt in diesem Moment will und alles dafür zu geben egal, was um einen herum passiert ...


Es geht aber auch um alltägliche Dinge. Er erzählt mir von seinem Job und ich erzähle ihm von meinem. Er beriet mich dabei welchen Toaster ich mir für meine Wohnung kaufen sollte und ich sah mir Internetseiten an, die er gestaltet hat und sagte ihm was ich davon halte. Er fragt mich wie mein Tag war und ich möchte wissen wie seiner war und manchmal sprechen wir auch über uns, darüber dass wir froh sind einander kennen gelernt zu haben. Darüber, dass wir uns endlich sehen möchten.

Ich: Erwähnte ich schon mal, wie sehr ich mich darauf freue dich bald zu sehen?

Alex: Ja, aber ich höre es immer wieder gern :) Dass ich mich freue, brauche ich hier ja nicht mehr zu erwähnen :)

Ich: Soll ich es noch mal sagen?

Alex: Sag‘ s mir nochmal :)

Ob Alex den Sommer 2008 wirklich zu etwas besonderem für mich macht? Ja, das tut er. Er gibt ihm mehr Wärme und Leichtigkeit. Manchmal fühlt es sich so an als würde ich schwerelos im Weltall fliegen. Wie ein Astronaut, der mit seinem Raumschiff die Erde verlassen hat. Ich klicke auf “Kommentar zum Thema des Tages Absenden“ und wer weiß; Vielleicht sitzen Alex und ich bald gemeinsam in Straßencafés und trinken Cappuccino.



Der Froschkoenig
Ich: Ich habe mir jetzt den Ausschnitt von „Schwiegertochter gesucht“ angesehen. Sehr erotisch wie die Beiden sich küssen. Ich bin erst mal traumatisiert. So schnell küsse ich nicht mehr. Ist ja ekelhaft.

Alex: Vielleicht habe ich mir mit dem Kuss- Video ins eigene Fleisch geschnitten ;) Echt ekelhaft.

Ich: Ja, ich vermute, dass du das hast. Da vergeht einem ja echt alles. Ich meine, dass war ja nicht nur ein Zungenkuss, sondern ein Nasenkuss (sofern man das noch als Nasenkuss bezeichnen kann) gleich dazu. Ich finde es ja süß, wenn man ein Küsschen auf die Nasenspitze bekommt, aber nicht in die Nase. Das geht nun doch etwas zu weit. Ich glaube, ich spucke gleich.

Alex: Haha, tut mir leid, dass ich dich praktisch dazu gezwungen habe dir das anzusehen. So was werde ich in Zukunft lieber sein lassen :D Küsschen auf die Nase.



Manege frei
Fuer die Ohren: Au revoir Simone – sad song

Ich glaube nicht, dass ein Mann sich vorstellen kann, was Mädchen für einen riesengroßen Zirkus veranstalten, wenn sie verliebt sind. Einen Zirkus, bei dem wir nur allzu oft der Clown sind, während er, der Zauberer, die Hauptattraktion ist. Derjenige, auf den die Scheinwerfer gerichtet sind. Derjenige in der Manege, der alle in seinen Bann zieht und verzaubert und dem alle oder zumindest wir zujubeln. Die Eintrittskarte ist unser Herz.

ENTRÉE

Gerade eben habe ich meine Schubladen sortiert und meine Kisten ausgeräumt und dabei fielen mir wieder alte Briefe von Schulfreundinnen in die Hände. Briefe über die Jungen, in die wir verliebt waren: „ Ich liebe Andreas wirklich. Er ist so lieb und süß.“ Briefe, über unsere Wünsche und Hoffnungen: „Ich würde es dir echt gönnen, wenn du mit Lorenz zusammen kommst. Ihr passt echt gut zusammen." Die Briefe waren das Programm unserer Zirkusveranstaltung: „ Weißt du schon, dass Sebastian nicht mehr mit Juliana zusammen ist? Er hat Schluss gemacht. Sie hatten sich sogar vor allen geküsst als wenn sie schon sechzehn oder so wären.“

Wir waren allerdings nicht nur der Clown, über den alle lachten, wir waren auch der Pausenclown, der zwischen den Nummern auftrat. Wir waren die Seiltänzerin, die hoch oben auf Zehenspitzen auf einem Seil balancierte und wir waren der Dompteur, der versucht hat den Löwen zu bändigen und zu zähmen. Manchmal waren wir in der Manege und manchmal nur auf der Tribüne. Die Highlights und Höhepunkte unserer Zirkusvorstellungen waren allerdings sehr bescheiden.

„Er hat Hi gesagt“
„Du hast es echt gut.“


Oder:

„ Er hat mich angesehen.“
„Echt?“


Liebe wird jedoch nicht leichter. Es wird immer wieder so sein, dass uns jemand verzaubert und sobald sich der Vorhang öffnet und er die Manege betritt hoffen wir auch heute noch, dass er uns auf der Tribüne sieht. So unwahrscheinlich es manchmal auch sein mag, weil wir nicht zu denjenigen gehören, die in der Loge sitzen. Dennoch zieht er uns mit seinen Zaubertricks in den Bann. Das Geheimnis lüften wir jedoch selten, weil er mit seinen Zaubersprüchen jedes Mal davon ablenkt:

Diggi, daggi
schurry, murry,
horum, harum,
lirum, larum,
raudi, maudi,
giri, gari,
posito,
besti, basti,
saron froh,
fatto, matto,
quid pro quo.


Noch nach der Vorstellung sind wir wie verzaubert. Wir geben seinen Namen in diverse Suchmaschinen ein um herauszufinden wo er schon aufgetreten ist. Wir lesen Zusammenfassungen von Zauberbüchern, die er mal gelesen hat oder vorhat noch zu lesen. Wir hören Lieder seiner Lieblingsbands.
Wir ziehen hinter dem Zirkus her und fahren kilometerweite (Um)wege nur um an dem Zelt vorbeizukommen, in dem er gerade eine Vorstellung gibt und rechtfertigen es vor uns damit, dass es eine wunderbare Abkürzung sei. Sehen wollen wir ihn nicht. Es wäre ja peinlich, wenn er in dem Moment auf seinem Einrad aus dem Zelt kommt, in dem wir an diesem vorbeifahren. Wir wollen einfach nur für einen Moment in seiner Nähe sein und uns verzaubern lassen.
Wir schreiben seinen Namen auf die Zirkuskarten und malen daneben Herzchen. Wir hängen seinen Nachnamen an unseren Vornamen und – natürlich – passen die beiden perfekt zueinander und bei jeder Vorstellung, bei der wir nur auf der Tribüne sitzen, hoffen wir, dass er uns in die Manege bittet. Dass wir zusammen mit ihm einen Zaubertrick vorführen dürfen. Einen Zaubertrick, der nicht bloß eine Illusion ist. Einen Zaubertrick, der ein Feuerwerk verursacht, so dass alle applaudieren während wir uns verbeugen und gemeinsam die Manege verlassen.



Stadt, Land, Fluss
Alex: Bist Du eigentlich waschechte Hamburgerin?

Ich: Hab ich dir gestern die Freundschaft angeboten? Ich war heute morgen etwas verwirrt, als ich dich in meiner Liste gesehen habe.
Waschechte Hamburgerin bin ich nicht. Mein Vater ist in Hamburg aufgewachsen und ich war selbst als Kind oft in Hamburg. Ich muss auch gestehen, dass ich nicht mal in Hamburg wohne. Ich wohne in ***** Das liegt zwischen ****** und ****** und ziehe erst im nächsten Jahr nach Hamburg. Sofern alles klappt.


Alex: Ja das hast du wohl :), vielleicht warst du ja etwas angeheitert oder gar nicht richtig da. Sollen wir das mit der Freundschaft rückgängig machen? Hatte mich auch etwas gewundert gestern, weil ich auf einmal total bombardiert wurde, mit gruscheln, Freundschaftsangebot und ner Mail :D Was machst Du zur Zeit genau in ***** und wieso kommst Du erst nächstes Jahr nach Hamburg? Alles schon geplant? :)

Ich: Betrunken war ich nicht, aber in Eile und irgendwie hab ich es selbst wohl nicht so ganz mitbekommen :) , aber es war eine angenehme Überraschung dich in meiner Liste zu sehen. Wenn es für dich in Ordnung ist, würde ich dich gerne da lassen wo du bist :) .
Der Umzug nach Hamburg ist erst im nächsten Jahr geplant, weil ich noch mitten in der Ausbildung zur Erzieherin bin und noch ein Jahr vor mir habe. Wenn dann alles klappt und ich in Hamburg einen Job bekomme, werde ich mir mit meiner Freundin eine Wohnung suchen und nach Hamburg ziehen. Vielleicht werde ich aber auch erst mal ins Ausland gehen für ein Jahr.
Wie sieht es bei dir aus? Sag mal, du bist doch bestimmt etwas älter als ich? Ich vermute 25 -27?


Alex: Ausland hört sich gut an, schon irgend eine Idee wohin? Ich geh auch bald, aber noch nicht so schnell, ich glaub ich bleib noch 1-2 Jahre in Hamburg und dann bin ich weg.
Und ja ich scheine schon etwas älter zu sein. Sieht man das? :D Bin 26 :) Und Du?


Ich: Bzgl. Ausland bin ich noch ratlos. Da werde ich mir auch langsam mal Gedanken drüber machen. An welches Land hast du denn gedacht?
Ich bin zarte 22 :) und zu deiner Frage: Du siehst eben älter aus ;) Es ist also keine Beleidigung, dass ich gefragt habe.


Alex: Zarte 22 :) sehr süß :) Hab das übrigens auch nicht als Beleidigung aufgefasst also keine Sorge.
Ausland währe bei mir wohl einmal Amerika natürlich, aber eigentlich nur San Francisco ansonsten eher Kanada, weil ich selbst Kanadier bin und Japan würde für mich auch noch in Frage kommen, obwohl London aber auch für ne Zeit. Und Du bist echt noch ratlos? Es gibt doch bestimmt was besonderes, was dir gefällt! Sag! :)


Ich: Ich finde Thailand unglaublich beeindruckend und interessant, aber ich habe auch erst mal eher an Amerika gedacht.

Alex: Ja Thailand würde mich auch noch interessieren, da war ich noch nicht. Bin sonst eigentlich schon ganz gut rumgekommen, aber Asien fehlt noch.
Bist Du denn gleich unterwegs Fussball gucken? Wir ziehen hier auch gleich los. Bin mal sehr gespannt!
Wünsch dir einen angenehmen Abend, bis später :)


Ich: Fussball werde ich mir höchstens im Fernsehen ansehen, aber anschließend werde ich nicht mehr weg. Ich muss auch noch lernen :( . Wünsche dir aber viel Spaß :) Bis morgen



Sonntag, 28. Februar 2010
E-M@il fuer dich
Wie alles begann ...

In den Ohren: 2Raumwohnung – 36 Grad (und es wird noch heißer)

An: Alex ****

„Schick schick.“

LG Juli

Mit dieser E-Mail hat alles angefangen. Zugegeben, sie ist nicht gerade sehr originell, aber für Originalität habe ich leider Gottes kein Visum bekommen. „Da bist du scheinbar nicht die Einzige“ witzelt das Teufelchen auf meiner rechten Schulter und zeigt auf die E-Mail von Alex.

An: Julia *******

„Danke, aber wieso, was denn? Hätte ich jetzt ja gar nicht mit gerechnet, mit Mail und allem drum und dran :)

Schick Schick kann ich nur zurückgeben. Dein Bild und die dazugehörige Musikauswahl haben mir einfach gut gefallen."

LG zurück :)

„Er hat im Gegensatz zu ihr weder einen Zweizeiler geschrieben, noch hat er einfach zwei Adjektive aneinandergereiht“ verteidigt ihn das Engelchen, welches vor dem Bildschirm auf und ab flattert. „Seine E-Mail ist ausreichend“ relativiere ich die Aussage des Teufelchens um das Engelchen zu besänftigen. Ein ausreichend wäre auf einem Zeugnis immerhin eine vier. Mehr kann er für diese E-Mail nun wirklich nicht erwarten. „Er hat dir geschrieben, dass ihm dein Foto und die dazugehörige Musikauswahl gut gefallen haben" erinnert mich das Engelchen mit hochgezogenen Augenbrauen. „Aber scheinbar nicht gut genug um mir eine E-Mail zu schreiben, ehe ich ihm eine schreibe“ zische ich dem Engelchen zu. „Trotzdem gut genug um dir zu antworten“ beharrt das Engelchen auf seinem Recht. „Ist ja gut“ gebe ich schließlich nach, aber verwundert bin ich trotzdem immerhin war er bei StudiVZ sichtbar auf meiner Seite und obwohl ihm sowohl mein Profilbild, als auch meine Musikauswahl gefallen haben, hat er mir keine E-Mail geschrieben. Das soll mal jemand verstehen. Ich meine, wenn mir das Bild und das Profil eines Mannes gefallen, bekommt er eine E-Mail, aber pronto. Da fackel ich nicht lange. Wozu auch? Immerhin läuft auch meine innere Uhr. Gut, ich habe mich mit meinem „schick schick“ auch nicht verausgabt, aber was hätte ich ihm auch anders schreiben sollen?

„Hallo Alex,

hast du schon mal darüber nachgedacht den Akku deines Telefons mit Hilfe von Solarenergie aufzuladen? Wo wir gerade schon dabei sind: Hält dein Akku für die nächsten Stunden und hast du Lust mit mir zu telefonieren?“

Oder hätte ich mit ihm in eine Grundsatzdiskussion über den Valentinstag treten und dies hier schreiben sollen:

„Hallo Alex,

was hältst du vom Valentinstag? Gab es in diesem Jahr jemanden, dem du „Happy Valentine“ gewünscht hast und was hältst du davon den kommenden Valentinstag mit mir zu verbringen?“

Da hätte ich ihm ja gleich ein Besetzt Schild umhängen können und davon abgesehen finde ich sowieso, dass der Valentinstag völlig überbewertet wird. Außerdem ist er diskriminierend. Zumindest für Singles.
Während sich die Liebenden wie Adam und Eva im Garten Eden befinden und ihre Liebe zelebrieren, haben Singles wie ich nichts zu lachen. Im Kino sitzen wir inmitten von Paaren, die sich küssen und die ganze Zeit kichern und im Radio werden nur Love Songs wie “I just called to say I love you“ gespielt und damit wir nicht das Heulende Elend bekommen, weil uns niemand anruft nur um uns zu sagen, dass er uns liebt, müssen wir uns in einer Dauerschleife „Liebeskummer lohnt sich nicht“ anhören. Und da soll noch jemand sagen, dass der Valentinstag bei Singles kein Salz in die Wunden streut.
Was gegen Radiosender hilft, bei denen nur Love Songs gespielt werden und gegen alle glücklichen Paare, bei denen scheinbar am Valentinstag und auch nur für den Valentinstag die Liebe neu erblüht ist sind das Sofa, eine XXL Packung Eiscreme und Sex and the City (keinesfalls O.C. California. Das ist zu dramatisch). Die Kalorien werden fortan ohnehin fester Bestandteil unseres Lebens sein und wir müssen wenigstens nicht den Bauch einziehen, wenn wir Tonnen von Eiscreme essen. Außerdem können wir den ganzen Tag im Schlafanzug durch die Wohnung streifen und ob und was wir darunter tragen ist auch schnurz- piep- egal, denn außer uns selbst wird uns ohnehin niemand ausziehen. Letzten Endes müssen wir uns keine Gedanken darum machen ob und was wir verschenken sollen. Pralinen? Blumen? Beides? Ist mir vollkommen egal. Der Valentinstag ist und bleibt ein kommerzialisierter rosaroter Herzchen Feiertag und ich verzichte liebend gerne darauf und für den Fall, dass Alex und ich mal darüber sprechen sollten, werde ich ihm genau das sagen.



Der Anfang vom Ende
Ob ich Neujahrsvorsätze für sinnvoll erachte? Ich glaube nicht. Zumindest tat ich es bisher nicht. Mit dem Rauchen aufzuhören, mehr Sport zu treiben oder weniger Schokolade zu essen (wie geht das?); all diese Vorsätze sind schnell getroffen und noch schneller vergessen und somit ist die erste Enttäuschung im neuen Jahr doch schon vorprogrammiert. Spätestens mit dem Verlangen nach Nikotin und der ersten Zigarette oder aber dem tausendstem Stück Schokolade, welches geradezu dazu schreit vernascht zu werden wird klar, dass die Vorsätze mit dem Rauchen aufzuhören oder weniger Schokolade zu essen nicht lange anhalten. Deswegen hatte ich bisher nie welche. Bisher heißt bis Silvester des vergangenen Jahres. Das Silvester, welches ich mit Alex verbracht habe. Das Silvester, was alles verändert hat.

Während über 50 Prozent für das Jahr 2009 den Vorsatz getroffen haben sich mehr zu bewegen, sich 40 Prozent gesünder ernähren wollen, wobei das Adjektiv “gesund“ ja bekanntlich relativ ist und 35 Prozent versuchen wollen abzunehmen, sieht meine Liste ganz anders aus.
“Nie wieder Silvester mit einem Mann verbringen, mit dem ich eine Affäre habe“, das ist mein erster Vorsatz für dieses Jahr und die Ewigkeit. Mein zweiter Vorsatz “Nie wieder auf eine Affäre einlassen“ und mein dritter Vorsatz “Alex vergessen“ mit mindestens eine Millionen Ausrufezeichen.
Weniger Schokolade steht nicht auf meiner Liste. Das würde sich nämlich nicht mit Vorsatz drei vertragen. Mein Körper braucht jetzt jedes Gramm Schokolade, denn Schokolade macht ja angeblich glücklich. Ob in flüssiger oder fester Form, ob Vollmilch, Nougat, Nuss (ob es auch die anonymen Schokoholics gibt?), Zartbitter, Halbbitter, Bitterschokolade oder weiße Schokolade. Vollkommen egal. Hauptsache Schokolade. Am Besten in der Vorratspackung, denn mein Bedarf wird ansteigen. So viel steht fest. Was allerdings weniger feststeht ist die Antwort auf die Frage, wie ich Alex vergessen soll.

Ich meine, ob es für das Wandregal EXBY ROBERT von Ikea ist oder für Kondome und für den Fall, dass etwas schief läuft, für den Schwangerschaftstest, den wir uns spätestens beim Ausbleiben der Menstruation höchstwahrscheinlich kaufen werden; für alles gibt es eine Gebrauchsanleitung. Nur nicht für das Herz und den Verstand und die Frage wie ich beide dazu bringe jemanden zu vergessen, der mir so lange das Gefühl gegeben hat auf Wolken zu gehen.
Daneben gibt es tausend Installationsprogramme. Sei es für den Windows Media Player, für den MSN Messenger oder für den Internet Explorer, aber es gibt kein einziges Installationsprogramm für die Liebe oder das Entlieben und ein Deinstallationsprogramm für die Konfettibomben, die jedes Mal in meinem Bauch explodieren sobald Alex in meiner Nähe ist, schon gar nicht.
Und was ist mit Navigationssystemen? Sie berechnen unter Beachtung gewünschter Kriterien den optimalen Weg zum gewählten Ziel (Alex's Herz berühren, Teil seines Lebens sein und das auch spüren), sie führen das Fahrzeug (mich) zu diesem Ziel und sorgen dafür - ACHTUNG AUFGEPASST – dass man den optimalen Weg einhält und nicht! davon abkommt. So hilfreich diese Erfindung auch sein mag; Wieso kommt niemand darauf ein Navigationssystem für die Liebe zu entwickeln? Eines, welches Baustellen sofort erkennt und die Umleitung anzeigt? Hätte ich so ein Navigationssystem gehabt, hätte es mich vermutlich sofort darauf aufmerksam gemacht, dass Alex eine absolute Baustelle ist und mich mit Nachdruck darum gebeten, dass ich umgehend wenden soll. Ob ich darauf gehört hätte? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich mir an Silvester ein Navigationssystem gewünscht hätte, welches mir zumindest anzeigt, welchen Weg ich gehen muss, um ihn zu vergessen und zwar auf dem direkten und schnellsten Weg.

Bosse singt in seinem Lied “3 Millionen“ so schön, dass das was jetzt fehlt ein Weiser ist, für den Weg, für die nächsten Wochen und ich wünschte, dass es genau diesen geben würde. Einen Wegweiser, der mir die Richtung anzeigt, denn es gibt gegen alle Beschwerden ein Medikament, für jeden Gebrauchsgegenstand eine Anleitung, aber gegen Liebeskummer gibt es nichts und wenn ich im Neujahr eines wusste als hinter mir die Wohnungstür von Alex ins Schloss fiel war es, dass ich in den kommenden Wochen Liebeskummer haben würde und Schokolade allein würde dagegen auch nicht helfen.



Liebe und Wahnsinn
Als die Langeweile zum dritten Mal gähnte, schlug der Wahnsinn,
wie immer gewitzt etwas vor:
„Lasst uns Verstecken spielen!“
Die Intrige hob die Augenbraue und die Neugierde konnte sich nicht
mehr zurückhalten und fragte: „Verstecken? Was ist das?“

„Das ist ein Spiel“, sagte der Wahnsinn.
„ Ich verstecke mein Gesicht und fange an zu zählen,
von eins bis eine Million. Inzwischen versteckt ihr euch.
Wenn ich das Zählen beendet habe, wird der
Erste von euch, den ich finde, meinen Platz einnehmen um das Spiel danach fortzusetzen.“
Die Begeisterung und die Euphorie tanzten vor Freude.
Die Freude machte so viele Sprünge, dass sie den letzten Schritt tat um
den Zweifel zu überzeugen und sogar die Gleichgültigkeit, die sonst
keine Interessen hatte, machte mit.

Aber nicht alle wollten teilnehmen:
Die Wahrheit bevorzugte es sich nicht zu verstecken, wozu?
Zum Schluss würde man sie immer entdecken und der Stolz meinte, dass
es ein dummes Spiel wäre
(im Grunde ärgerte es sich, dass die Idee nicht von ihm kam)
und die Feigheit zog es vor, gar nichts zu riskieren.

„ Eins … zwei … drei … vier …“, der Wahnsinn begann zu zählen.
Als erste versteckte sich die Trägheit, die sich wie immer hinter dem
ersten Stein fallen ließ.
Der Glaube stieg zum Himmel empor und die Eifersucht
versteckte sich hinter dem Schatten des Triumphs, der es aus eigener
Kraft geschafft hatte, bis zur höchsten Baumkrone zu gelangen.
Die Großzügigkeit schaffte es kaum sich zu verstecken, da sie bei allen
Verstecken, die sie ausfindig machte, glaubte, ein wunderbares Versteck
für einen ihrer Freunde gefunden zu haben.
Ein kristallklarer See … Ideal für die Schönheit.
Der Spalt eines Baumes... Ideal für die Angst.
Der Flug eines Schmetterlings … Das Beste für die Wolllust.
Ein Windstoß … großartig für die Freiheit …
Der Egoismus dagegen fand von Anfang an einen
sehr guten Ort, luftig, gemütlich, aber nur für ihn allein.

Die Lüge versteckte sich im Meeresgrund
(stimmt nicht, in Wirklichkeit versteckte sie sich hinter dem Regenbogen).
Die Leidenschaft und das Verlangen im Zentrum des Vulkans.
Die Vergesslichkeit … ich hab vergessen wo sie sich versteckte,
aber das ist nicht so wichtig.

Als der Wahnsinn 999.999 zählte, hatte die Liebe noch kein Versteck
gefunden. Alle Plätze schienen besetzt zu sein. Bis sie den
Rosenstrauch erblickte und gerührt entschloss sich in der Blüte zu verstecken.

„ Eine Million“, zählte der Wahnsinn und begann zu suchen.

Die Erste, die entdeckt wurde, war die Trägheit, nur drei Schritte vom
ersten Stein entfernt. Danach hörte man nur den Glauben, der mit Gott im
Himmel über Theologie diskutierte. Die Leidenschaft und das
Verlangen hörte man im Vulkan vibrieren. In einem unachtsamen
Moment fand er die Eifersucht und so natürlich auch den Triumph.
Den Egoismus brauchte er gar nicht zu suchen, ganz allein kam er aus
seinem Versteck, das sich als Bienennest herausstellte.

Vom vielen Laufen empfand er Durst und als er sich dem See näherte
entdeckte er die Schönheit. Mit dem Zweifel war es noch einfacher. Er
fand ihn auf dem Zaun sitzend, da dieser sich nicht entscheiden konnte,
auf welcher Seite er sich verstecken sollte. So fand er einen nach dem
anderen. Das Talent hinter dem frischen Gras, die Angst in einer
dunklen Höhle, die Lüge hinter dem Regenbogen – stimmt nicht. Sie
war im Seegrund und sogar die Vergesslichkeit, die schon wieder
vergessen hatte, dass sie verstecken spielte.

Nur die Liebe tauchte nirgendwo auf. Der Wahnsinn suchte hinter
jedem Baum, in jedem Bach dieses Planeten, auf jedem Berg und als er
schon aufgeben wollte, erblickte er die Rosen. Mit einem Stöckchen fing
er an die Zweige zu bewegen als auf einmal ein schmerzlicher Schrei aufkam.
Die Dornen hatten der Liebe die Augen ausgestochen.
Der Wahnsinn war hilflos und wusste nicht wie er seine Tat wieder gut
machen sollte. Er weinte, entschuldigte sich bei ihr und versprach der
Liebe für immer ihr Begleiter zu sein.

Seit dieser Zeit, seitdem das erste Mal auf Erden Verstecken gespielt
wurde, ist die Liebe blind und der Wahnsinn ihr Begleiter.

(Verfasser unbekannt)



Leichte Wehmut
Es folgen bittersüße Erinnerungen an einen wunderschönen Sommer in flieder mit Konfettibomben und Wackelpudding.

In den Hauptrollen das Herz, die Hoffnung, die Traurigkeit und manchmal auch der Verstand.



„ Die Liebe ist das einzige Märchen,
das nicht mit ES WAR EINMAL beginnt,
aber endet.“